Warum die Annahme so wichtig ist
Stelle Dir vor du stehst in deinem Leben vor einem Problem. Vielleicht hast Du einen Streit mit Deiner Partnerin. Vielleicht erfüllt Dich Deine Arbeit nicht mehr und Du fragst Dich, was Du ändern kannst. Vielleicht fühlst Du Dich erschöpft und kannst nicht aus dem Vollen schöpfen. Egal, was Dich gerade belastet. Der erste Schritt für Veränderung ist dem zuzustimmen, was gerade ist und wie es sich im Augenblick gerade zeigt.
Und das klingt zunächst merkwürdig. Wieso sollte ich den Schwierigkeiten in meinem Leben zustimmen? Ich möchte sie doch loswerden!
Und selbstverständlich geht es darum, die Herausforderungen des Lebens langfristig zu integrieren bzw. zu transformieren.
Dazu ein kurzes Beispiel: Vor Kurzem ging ich mit meinem Sohn wandern. Es ging steil bergauf. Ich trug ihn in der Kraxe auf meinem Rücken und das Gewicht sorgte für einige Anstrengung. Wir liefen auf dem schmalen Wanderweg - bis uns ein großer Baum den Weg versperrte. Nun könnte ich lange Zeit und viel Mühe darauf verwenden, den Baum aus dem Weg zu schaffen. Ich könnte mich auch ärgern, dass bei all der Anstrengung nun auch noch das kommt. In beiden Fällen wäre ich in einem Widerstand gegen das, was gerade die Realität ist: Der Baum, der mir den Weg versperrt. In der Folge würde ich weder schneller vorankommen noch würde mich das Vorgehen emotional entlasten.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, der Tatsache zuzustimmen, dass der Baum nun mal da ist. Und mehr noch: Eine Schönheit darin zu sehen, wie sich die Natur und das Leben gerade entfaltet.
Natürlich stellt der Baum kein allzu schweres Hindernis dar. Ich konnte einfach drüber gehen. Doch bei seelischen Herausforderungen ist es nicht hilfreich einfach darüber hinweg zu gehen. Genau wie sich die Natur ihren Weg bahnt, so befindet sich auch unsere Seele in einem Ständigen Fluss. Bei einem inneren Widerstand hindern wir die Seele daran, frei zu fließen. Wenn wir dem gegenwärtigen Erleben jedoch zustimmen und mehr noch - ihm voll und ganz annehmen, so wie er gerade ist, entfaltet sich etwas, was größer ist als wir selbst. In dieser liebevollen Annahme lösen sich festgefahrene Emotionen meist auf und wir kommen mit einer inneren Weisheit in Kontakt, die sich jenseits unserer Vorstellungen und Gedanken befindet.
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